Durch das Zipfelmützengebirge

Heute war frühes Aufstehen angesagt, denn schon um 06:00 Uhr fuhr unser Bus zum Flughafen. Um 08:45 Uhr ging unser Flieger nach Guilin. Vielleicht war Matthias nach der Aufregung gestern ein wenig erleichtert, als er unseren Haufen vollzählig und wohlbehalten an der Sicherheitskontrolle verabschiedete. Jedenfalls ließ er sich nichts anmerken und winkte uns noch ein letztes Mal freundlich zu.

Die nächste Aufregung ließ aber nicht lange auf sich warten… Der gut verpackte Buddhakopf im Gepäck einer netten Mitreisenden kam dem Sicherheitsbeamten verdächtig vor, vielleicht könnte man jemanden damit erschlagen. Nach einigen Diskussionen entschieden wir, dass es das Beste wäre, das Souvenir im Rucksack verstaut als zusätzliches Gepäckstück aufzugeben. Während Melanie sich darum kümmerte, ging der Rest der Gruppe schon mal zum Gate, wo wir dann nicht allzu lange auf die beiden Nachzügler warten mussten.

Der Flug nach Guilin dauerte eine gute Stunde. Schon beim Anflug auf die kleine Stadt (600.000 Einwohner) konnte man eine deutlich andere Landschaft erkennen als bisher. Statt grauer Hochhäuser stehen hier eher kleinere weiße Häuser. Aber vor allem die Landschaft ist geprägt von viel sattem Grün und vielen kleinen Hügeln – sogenannte Karstberge – die ein wenig an Zipfelmützen erinnern. Hätten die Chinesen Zipfelmützen gekannt, hätten sie es bestimmt Zipfelmützengebirge genannt. 😉

Nach dem Mittag haben wir noch einen kleinen Stadtbummel durch Yangshuo gemacht. Irgendwie ein wenig unwirklich, die dort angelegte Fußgängerzone erinnert eher an Las Vegas. Hier lebt wohl alles vom Tourismus. 30.000 Einwohner und davon vermutlich 29.000 Ladenbesitzer, meinte Jang, unser neuer Guide. Wir waren aber sehr glücklich einen dreistöckigen Tempel unserer Lieblingskaffeehauskette gefunden zu haben. Dort genossen wir unseren Kaffee auf einer schönen Aussichtsterrasse im dritten Stock.

Danach machten wir noch eine Floßfahrt auf dem Li-Fluß und ließen die schöne Landschaft auf uns wirken. Die Flöße waren zwar motorisiert, aber bei 35 Grad und strahlend blauem Himmel war der Fahrtwind sehr angenehm. Am Ufer zogen die Karstberge an uns vorbei und stellenweise konnten wir ein paar Wasserbüffel am Ufer und beim Baden sichten.

Auf dem Weg zum Hotel hatten wir noch einen Stopp an der Drachenbrücke. Hier hatten wir nochmals einen wunderschönen Blick auf die Flusslandschaft bei abendlichem Sonnenlicht. So neigt sich ein langer Tag dem Ende zu, der uns eine ganz andere Seite von China gezeigt hat. Die Hochhäuser in den Städten sind unglaublich, aber die Landschaft hier ist unglaublich schön…

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