Na dann Prost!

Nach einem guten Frühstück und etwa 90 Minuten Autofahrt erreichten wir heute Jerez de la Frontera. In dem Gebiet zwischen Jerez, Sanlucar de Barrameda und Carrascal gibt es sehr viele Weinberge. Hier wird hauptsächlich Sherry hergestellt, der weltweit exportiert wird. Deswegen wird die Region auch das Sherrydreieck genannt.

Da wir auf dem Gebiet der Alkoholverkostung bekanntermaßen wahre Experten sind, durfte natürlich der Besuch einer der größeren Bodegas hier nicht fehlen. Wir besuchten Tio Pepe, eine Bodega, die seit fünf Generationen von der Familie Gonzalez Byass geführt wird. Hier konnten wir bei einer interessanten Führung wirklich sehr viele spannende Dinge erfahren und natürlich am Ende auch einmal probieren… Wirklich lecker!

Die guten Tropfen reifen zwar auch heute noch immer in riesigen Eichenfässern zwischen 3 und 30 Jahren heran, aber der Fortschritt hält auch hier Einzug. So werden mittlerweile etwa 85% der Weinreben maschinell abgeerntet. Tendenz weiter steigend. Und die Auswirkungen des Klimawandels sind auch hier schon deutlich zu spüren. Hat man früher erst im September die Reben geerntet, ist heute alles etwa 25 Tage früher, Mitte August dran.

Sehr beeindruckend sind die großen Hallen, in denen die Fässer in vielen Reihen mit drei bis fünf Lagen übereinander gestapelt lagern. Jedes Fass beinhaltet etwa 550 Liter Wein. Bei 4000 Fässern in einer Halle sind das 2,2 Mio. Liter Wein und das sind noch nicht mals die größten Bodegas (so nennt man die Hallen). Einfach unvorstellbar!

Bei so vielen Fässern ist es naheliegend, dass man berühmte Besucher nicht in ein Gästebuch schreiben lässt, sondern gleich auf die Fässer. So haben wir zum Beispiel die Unterschriften von berühmten Rennfahrern wie Ayrton Senna, Fernando Alonso und auch Jorge Lorenzo gesehen oder auch Stephen Spielberg oder Mitglieder des Englischen Königshauses. Übrigens werden allein 30% der Produktion nach England exportiert. Every Time is Sherry Time, sagen die Briten.

Noch eine lustige Geschichte am Rande: in der Bodega steht auch immer ein Glas Sherry mit einer kleinen Leiter auf dem Boden. Das ist wohl für die Mäuse gedacht, die sich auch immer gerne einen Schluck genehmigen. Solange die Mäuse aus dem Glas trinken kommen, werden die Fässer wohl noch alle dicht sein… Was davon zu halten ist, kann sich jeder selbst überlegen. Unser Herr Kater würde sich auf jeden Fall besonders über eine dieser Mäuse freuen.

Nach diesem kulinarischen Exkurs haben wir uns noch die Straßen der Altstadt von Jerez angeschaut. Ein paar Eindrücke gibt es wie immer in den Bildern.

Liebe Grüße von den Weltenbummlern

2 Antworten auf „Na dann Prost!“

  1. Haben die Mäuse dort ein Glück!

    Ihr habt ja wieder einmal tolle Bilder gemacht. Danke das wir wieder mitreisen dürfen!

    Liebe Grüße
    Walburga

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